bildliche Darstellung
  1. Was sind Warzen?
  2. Wie läuft die Ansteckung ab?
  3. Was sind die Symptome und wie läuft die Diagnose ab?
  4. Wie kann eine Warze behandelt werden?
  5. Was kann vorbeugend gemacht werden?
  6. Formen von Warzen
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ICD-10-Code für Warzen: B07


Warzen sind durch Viren ausgelöste, meist gutartige Hauterscheinungen, die meist ohne weitere Beschwerden einhergehen und ohne Therapie abheilen können.

Was sind Warzen?

Warzen sind gutartige Wucherungen der Haut. Sie können an unterschiedlichen Körperstellen auftreten und verschiedene Erscheinungsformen haben. Ein häufiger Auslöser für Warzen ist das Humane Papillomavirus (HPV), das auch an der Entstehung von Genitalwarzen beteiligt ist.

Wie läuft die Ansteckung ab?

Die Übertragung von Humanen Papillomaviren sowie des Molluscum-contagiosum-Virus, beides Auslöser von Warzen, findet von Mensch zu Mensch statt. Die Erreger können durch direkten, z.B. Hautkontakt, oder indirekten Kontakt, z.B. über Gegenstände, übertragen werden und dringen dann durch kleine Einrisse in der Haut ein. Risikofaktoren sind:

Was sind die Symptome und wie läuft die Diagnose ab?

Warzen sind Hauterscheinungen, die in der Regel keine weiteren Beschwerden verursachen. Eine Ausnahme sind Dornwarzen, die mit Schmerzen einhergehen. Die Diagnose wird in der Regel anhand der Symptomatik und dem Erscheinungsbild der Warzen gestellt.

Wie kann eine Warze behandelt werden?

Warzen können spontan, also ohne Therapie abheilen. Dies kann auch nach Monaten bis Jahren noch der Fall sein. Da Warzen durch eine übermäßige Vermehrung von Hautzellen entstehen, stehen ansonsten noch hornlösende Mittel, sogenannte Keratolytika, zur Verfügung. Darunter fallen Salicyl- und Milchsäure.

5-Fluorouracil ist ein lokal einsetzbares Mittel, das das Zellwachstum verhindern soll. Aufgrund seiner toxischen Wirkung auf gesunde Hautzellen ist es nicht Mittel der ersten Wahl.

Da diese Wirkstoffe nicht nur auf befallene Zellen, sondern auch auf gesunde Zellen wirken, sollte die gesunde Haut bei einem Einsatz entsprechend geschützt werden.

Warzen entfernen?

Neben den konservativen Therapieoptionen besteht die Möglichkeit, Warzen chirurgisch oder mittels Laser zu entfernen. Eine Kryotherapie (Vereisung) ist auch möglich.

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Was kann vorbeugend gemacht werden?

Um einer Infektion mit HPV vorzubeugen, sollten in gemeinschaftlichen Einrichtungen wie Schwimmbädern oder Umkleiden Badeschuhe getragen werden. Finger- und Zehenzwischenräume sollten richtig abgetrocknet und trockene Haut regelmäßig eingecremt werden, um den Erregern keine Eintrittspforte zu bieten.

Menschen mit Warzenbefall sollten keine Handtücher und Waschlappen mit anderen Menschen teilen.

Formen von Warzen

Übersicht über verschiedene Arten von Warzen

Plane Warzen (Flachwarzen, Verrucae planae juveniles)

Plane Warzen treten vor allem bei Kindern und Jugendlichen, seltener auch bei Erwachsenen auf. Erreger sind meistens HPV Typ 3 und Typ 10. Sie äußern sich als viele, kleine, hautfarbene Knötchen mit einem Durchmesser von ein bis vier Millimetern. Diese befinden sich an der Stirn, um den Mund herum sowie an Händen und Armen. Die Warzen können eine rötliche Erscheinung annehmen. Dies ist häufig ein Zeichen, dass das Immunsystem die Viruswarzen bekämpft.

Diagnose: In der Regel genügt die klinische Inspektion zur Diagnosestellung. Im Zweifelsfall kann der Erreger identifiziert werden.

Therapie: Plane Warzen haben eine hohe Spontanheilungsrate innerhalb von Monaten bis Jahren. Deshalb sollten plane Warzen zurückhaltend therapiert werden. Es stehen Keratolytika wie Salizyl- oder Milchsäure zur Verfügung. Auch Cremes mit Vitamin-A-Säure sind eine mögliche Therapieform.

Vulgäre Warzen (Verrucae Vulgares)

Vulgäre Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die durch eine vermehrte Zellteilung der Hautzellen zu stande kommen. Auslöser sind die HPV-Typen 1,2,4 und 7.

Initial stellen sich vulgäre Warzen als harte, hautfarbene, sich vorwölbende Knötchen dar. Im Verlauf wird die Oberfläche durch zunehmende Verhornung rau, zerklüftet und grau-gelblich.

In der Umgebung entstehen häufig sogenannte Tochterwarzen. Es gibt je nach Lokalisation verschiedene Formen der vulgären Warzen: - Kalottenförmig (Kalotte: Schädelknochen): an Finger- und Handrücken, um die Nägel herum und am Nagelbett - Filiform (fadenförmig): Augenlider, Bartbereich, Lippenrot - Papillomatös (“blumenkohlartig”): Finger- und Zehenzwischenräume, behaarte Kopfhaut, Schleimhäute

Bei Menschen mit Immunschwäche kann es zu einer Ausbreitung der vulgären Warzen kommen (Verrucosis generalisata). Bei Menschen, die unter atopischen Ekzemen leiden, kann es zu einer Verschleppung der Erreger auf andere Körperteile kommen, da die Haut vorbelastet ist und Erreger einfacher eindringen können. Diese Verschleppung wird auch als Autoinokulation bezeichnet und geschieht oft durch Kratzen.

Diagnose: Auch bei vulgären Warzen genügt in der Regel die klinische Inspektion zur Stellung einer Diagnose.

Therapie: Die Spontanheilungsrate von vulgären Warzen liegt bei 20 Prozent in sechs Monaten. Ansonsten stehen auch hier Keratolytika zur Verfügung. Ein Beispiel wären salizylsäurehaltige Pflaster, die auf die betroffenen Stellen aufgeklebt und 12-24 Stunden belassen werden. Nach erfolgreicher Aufweichung der Haut können diese mittels ärztlicher Hilfe entfernt werden.

Sollten diese konservativen Maßnahmen keinen Erfolg bringen, können ÄrztInnen die Warzen chirurgisch entfernen. Dies ist ein kleiner und schneller Eingriff, der in ambulanten Praxen durchgeführt werden kann.

Dornwarzen (Fußsohlenwarzen, Verrucae plantares)

Warzen

Dornwarzen werden ebenso wie vulgäre Warzen am häufigsten durch HPV-Typen 1, 2 und 4 ausgelöst und manchmal als eine Unterform dieser eingeordnet. Sie treten an druckbelasteten Stellen der Fußsohle auf. Die Druckbelastung bewirkt, dass die Warzen nicht nach außen wachsen können und somit nach innen gedrückt werden. Dornwarzen sind meist von einer Schwiele bedeckt und äußerst schmerzhaft. Sie weisen eine zentrale bräunlich bis schwarzliche Pünktelung bzw. Streifung aus, was sie von den ebenfalls schmerzhaften Hühneraugen unterscheidet.

Therapie: Neben der Keratolyse, der Auflösung der Hornhaut, kommt bei Dornwarzen auch die Abtragung mittels ärztlicher Hilfe in Frage.

Dellwarzen (Molluscum contagiosum)

Dellwarzen sind durch Mollucsum-contagiosum-Viren der Pockengruppe ausgelöste Hauterscheinungen, die vor allem Kinder und Jugendliche betreffen. Die auch als Molluscum contagiosum bekannte Erkrankung äußert sich durch stecknadelkopf- bis erbsengroße Knötchen mit zentraler Eindellung. Bevorzugte Lokalisationen sind Augenlider, Rumpf, Beugen und Genitalien. Bei Druck auf die Dellwarzen entleert sich eine talgähnliche Masse, der sogenannte Molluscumbrei, der Hautzellen voller Viren enthält.

Diagnose: Das klinische Erscheinungsbild ist charakteristisch und genügt in der Regel zur Diagnosestellung.

Therapie: Eine Spontanheilung ist nach Monaten möglich. Ansonsten kommen therapeutisch das Ausdrücken der Warzen mit geeigneten Instrumenten oder eine Vereisung in Frage. Dabei kann je nach Befall eine Lokal- oder Allgemeinnarkose notwendig sein.

Alterswarzen (Seborrhoische Keratosen, Verruca seborrhoica)

Alterswarzen Bild

Alterswarzen sind gutartige Hautwucherungen, die mit zunehmendem Alter – daher auch ihr Name - vermehrt auftreten. Sie treten meist beginnend mit dem 30. Lebensjahr auf. Obwohl sich seborrhoisch auf Talgdrüsen bezieht, haben seborrhosiche Warzen nichts mit diesen zu tun. Ihr Name leitet sich hingegen von ihrer meist glatten und fettigen Oberfläche ab.

Diagnose: Die Diagnose von Alterswarzen erfolgt durch die ärztliche Begutachtung der Hauterscheinungen mittels Dermatoskop.

Therapie: Da Alterswarzen nicht bösartig entarten, bedürfen sie in der Regel keiner Therapie. Sollte dies jedoch bei Beschwerden oder aus kosmetischen Gründen gewünscht sein, gibt es verschiedene Möglichkeiten, Alterswarzen zu entfernen.

Epidermodysplasia verruciformis (Lewandowsky-Lutz-Syndrom)

Die Epidermodysplasia verruciformis ist eine seltene Erkrankung, bei der familiär gehäuft ausgedehnte, verschieden imponierende Warzen auftreten, die bösartig entarten können.

Auslöser können sowohl benigne HPV-Typen, meist HPV-Typ 3, als auch HPV-Typen mit Potential, Krebserkrankungen auszulösen, sein.

Die Erkrankung beginnt im frühen Kindesalter (vor dem siebten Lebensjahr) mit flachen Warzen an Körperstellen, die dauerhaft Licht ausgesetzt sind. Diese breiten sich im Verlauf symmetrisch aus. Handflächen, Fußsohlen, Achseln und das äußere Genital können auch betroffen sein.

Diagnose: Besteht aufgrund der Symptomatik der Verdacht auf eine Epidermodysplasia verruciformis, so erfolgt eine Probenentnahme um die Diagnose zu sichern.

Therapie: Therapeutisch stehen der konsequente Lichtschutz (Sonne, v.a. Sonnenbrand, vermeiden, Lichtschutzpräparate) sowie regelmäßige Kontrolle und Entfernen verdächtiger Hautveränderungen im Vordergrund.

Quellen

Moll I, Bayerl C, Meissner M et al. Allgemeine Dermatologie. In: Moll I, ed. Duale Reihe Dermatologie. 8. vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2016. doi:10.1055/b-003-129293

Meissner M. Molluscum contagiosum. In: Moll I, ed. Duale Reihe Dermatologie. 8. vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2016. doi:10.1055/b-003-129293

Dr. med. Angela Unholzer (23.04.2019). Warzen: Ursachen, Symptome und Therapie in Apotheken Umschau, unter: https://www.apotheken-umschau.de/haut/warzen [abgerufen am 04.12.2020]

Thomas Dirschka, Roland Hartwig, Norbert Haake, Angeliki Chrissafidou, Claus Oster-Schmidt, Hans-Jürgen Tietz, Jörg M. Pönnighaus,

9 - Erregerbedingte Hauterkrankungen, Klinikleitfaden Dermatologie (Dritte Ausgabe),

Urban & Fischer, 2011, Pages 227-340, https://doi.org/10.1016/B978-3-437-22301-3.10009-4.

Amboss (19.02.2019). Molluscum contagiosum, unter: https://next.amboss.com/de/article/-40DNT#Z8c591f49a92552584f5ee2b6e4644156 [abgerufen am 04.12.2020]

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