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  1. Was ist Sodbrennen?
  2. Woran erkennt man Sodbrennen?
  3. Ursachen für Sodbrennen
  4. Wie wird Sodbrennen behandelt?
  5. Wie kann man Sodbrennen vorbeugen?
  6. Medikamente gegen Sodbrennen
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ICD-Code für Sodbrennen: R12


Auf einen Blick
  • Häufige Symptome sind ein unangenehmes Brennen in der Speiseröhre und ein saurer Geschmack im Mund
  • Sodbrennen kann durch bestimmte Nahrungsmittel oder Stress hervorgerufen werden
  • Basische Lebensmittel helfen gegen Sodbrennen
  • Beliebte Hausmittel sind Heilkräuter, Heil- und Kieselerde oder Natron

Was ist Sodbrennen?

Sodbrennen bezeichnet ein unangenehmes Gefühl, welches entsteht, wenn der Magensaft zurück in die Speiseröhre läuft. Im medizinischen Jargon wird dieser Zustand Reflux genannt.

Wie weit ist Sodbrennen verbreitet?

Ein großer Prozentsatz der Bevölkerung, circa 20 Prozent, leidet unter der Refluxkrankheit. Ursache hierfür ist häufig eine Schwäche des Schließmuskels, welcher am Übergang der Speiseröhre in den Magen liegt und das Zurückfließen des Mageninhalts in die Speiseröhre verhindern soll. Wenn die Schleimhaut der Speiseröhre häufig mit dem sauren Mageninhalt konfrontiert wird, wird die Schleimhaut schnell gereizt. Dieser Zustand kann zu schmerzhaften Entzündungen führen.

Woran erkennt man Sodbrennen?

Typische Symptome sind:

  • Völlegefühl,

  • saures Aufstoßen,

  • Stuhlunregelmäßigkeiten und

  • Luftaufstoßen

Der bittere oder saure Geschmack tritt üblicherweise 30 bis 60 Minuten nach der letzten Mahlzeit auf. Die Symptome verstärken sich in der Regel, wenn der Patient auf dem Rücken liegt oder schwere Lasten trägt.

Anhaltendes Sodbrennen geht meist mit einer Speiseröhrenentzündung einher.

Bei einem ausgeprägten Krankheitsbild kommt es zu:

  • Hustenreiz,

  • Schmerzen in der Brust,

  • Asthma bronchiale oder

  • chronischer Bronchitis.

Wenn Übelkeit vorliegt, tritt sie häufig in Kombination mit einer Entzündung der Magenschleimhaut auf.

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Was sind Folgen von häufigem Sodbrennen?

Bei häufigem Auftreten von Sodbrennen, spricht man auch von der sogenannten Refluxkrankheit.

Aufgeteilt wird die Refluxkrankheit anhand der Montreal Klassifikation für die Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD). Definiert wird diese mit störenden Symptomen oder Komplikationen, die durch den Reflux von Mageninhalt verursacht werden. Ohne Symptome wird es nur als Gastroösophagealer Reflux bezeichnet.

Anhand des Ausmaßes der Symptome werden dann folgende Formen unterschieden:

  • GERD mit ösophagealen Läsionen (ERD), wie zum Beispiel Refluxösophagitis

  • GERD mit Komplikationen wie Veränderungen der Schleimhaut die Krebsvorstufen darstellen können (Barrett-Ösophagus)

  • GERD ohne ösophageale Läsionen (NERD), aber beispielsweise einer hypersensitiven Speiseröhre

Mögliche Komplikationen

Die dauerhafte Reizung der Speiseröhrenschleimhaut durch Magensäure kann zu einer Entzündung führen. Schwere Entzündungen hinterlassen Narben. Diese führen unter Umständen zu einer Verengung der Speiseröhre. Bei anhaltender Reizung ist die Bildung von Geschwüren und Tumoren nicht ausgeschlossen. Oftmals sind Heiserkeit und chronischer Husten durch eine Reizung des Rachenraums bedingt.

Ursachen für Sodbrennen

Zu den Ursachen von Sodbrennen gehört eine Übersäuerung des Magens, welche in erster Linie durch bestimmte Nahrungsmittel und Lebensstile hervorgerufen werden können.

Nahrungsmittel, die Sodbrennen hervorrufen können

Getränke und Speisen, die Sodbrennen hervorrufen sind mehrheitlich solche, die zur Säurebildung im Magen beitragen. Dazu zählen insbesondere:

  • Fettige Speisen

  • Zuckerhaltige Süßigkeiten

  • Kaffee

  • Geräuchertes Essen

  • Alkohol

  • extrem säurehaltige Obstsäfte

Psychische Ursachen für Sodbrennen

Die Refluxkrankheit wird aber nicht nur durch die Ernährung und Lebensstile hervorgerufen – auch ungesunde Lebensumstände verursachen die Symptome. Dazu gehören anhaltende seelische und körperliche Belastungen wie Aufregung, Ärger, Hektik und Stress, auf die der Magen sprichwörtlich sauer reagiert.

Darüber hinaus regt anstrengender Sport die Produktion der Magensäure an, besonders langanhaltende Laufbewegungen und kräftige Beinarbeit.

Schwangerschaft als Risikofaktor für Sodbrennen

Auch Schwangere leiden häufig unter Sodbrennen, speziell im letzten Drittel der Schwangerschaft. Da das heranwachsende Kind einen immer stärkeren Druck auf den Magen ausübt, nimmt auch die Stärke und Häufigkeit der Beschwerden bis zur Geburt zu.

Weitere Lebensstile oder Umstände, die Sodbrennen hervorrufen können

  • Späte Speisen kurz vor dem Schlafengehen

  • Rauchen

  • Das Tragen von enger Kleidung, die Druck auf den Unterbauch ausübt

  • Bewegungen, die Druck auf den Unterbauch und den Magen ausüben

  • Die Einnahme von bestimmten Medikamenten, welche die Produktion von Magensäure fördern

Wie wird Sodbrennen behandelt?

Zur Behandlung dieser Beschwerden sollten Patienten mit einem höher liegenden Oberkörper einschlafen. Die Diagnose der Krankheit erfolgt durch die Erhebung der Beschwerden und gegebenenfalls eine Sonographie, d.h. eine Ultraschalluntersuchung.

Die wohl beste Behandlung der Krankheit liegt darin, Prävention zu betreiben. Ein übermäßiger Alkohol- und Tabakkonsum und Stress gelten als Auslöser Nummer eins und sollten daher unbedingt vermieden werden. Später helfen zumeist nur rezeptpflichtige Medikamente und Säurehemmer. Diese reduzieren die Säurebildung im Magen und somit die Säureexposition in der Speiseröhre.

Mahlzeiten kurz vor dem Schlafengehen sollten unbedingt vermieden werden. Das genaue Vorgehen hängt immer von der Diagnose ab. Manchmal sind Protonenpumpeninhibitoren und Rezeptorantagonisten notwendig. Diese hemmen die Produktion von Magensäure und neutralisieren sie. Wenn bereits eine Entzündung der Magenschleimhaut vorliegt, ist eine Einnahme über viele Wochen notwendig.

Es existieren verschiedene Hausmittel, die gegen die Krankheit helfen. Die Palette reicht von magenfreundlichen Tees über Kaugummis und den Verzehr von Nüssen bis hin zu einem gesteigerten Milchkonsum. Welches Hausmittel hilft, sollte der Patient individuell ausprobieren. Wenn die Symptome wiederkehrend auftreten, sollte der Patient eine Magenspiegelung durchführen.

Das Absetzen von schwarzem Stuhl, Erbrechen von Blut und stark zunehmende Beschwerden sollte unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

Wie kann man Sodbrennen vorbeugen?

Patienten mit akuten Beschwerden sollten Lebensmittel konsumieren, die die Produktion von Magensäure nicht sehr stark anregen. Die Zellen im Magen, die Säure produzieren, reagieren insbesondere auf einfache Zucker und Fette. Betroffene sollten fettreiche Mahlzeiten und zuckerhaltige Getränke meiden.

Es empfiehlt sich ein Verzicht auf Alkohol und Kaffee. Basische Lebensmittel wie Vollkornnudeln, Reis und Kartoffeln sollten vermehrt aufgenommen werden. Eine Reduzierung der Gesamtmenge der Lebensmittel schafft oftmals Abhilfe. Scharfe Gewürze können die ohnehin gereizte Schleimhaut noch mehr schädigen.

Patienten, die unter Sodbrennen leiden, sollten viel Milch trinken. Die neutralisierende Wirkung von Milch ist allerdings nicht nachgewiesen. Zu einer Neutralisation von Magensäure soll auch Natron beitragen. Dies ist ebenfalls nicht wissenschaftlich belegt.

Während beispielsweise manchmal Hausmittel helfen, Sodbrennen in den Griff zu kriegen, sind in anderen Fällen Medikamente notwendig.

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Quellen

  • Koop et al.: S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankkheit. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Stand Mai 2014. Abgerufen am 5.06.2020.

  • Vakil et al.: The Montreal Definition and Classification of Gastroesophageal Reflux Disease: A Global Evidence-Based Consensus. In: The American Journal of Gastroenterology. Band 101, Nummer 8, 2006, S. 1900–1920.

  • Herold: Innere Medizin 2019. Herold 2018.

  • Katz et al.: Guidelines for the Diagnosis and Management of Gastroesophageal Reflux Disease. In: American Journal of Gastroenterology. Band 108, Nummer 3, 2013, S. 308–328.

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