bildliche Darstellung
  1. Was ist ein Penisbruch?
  2. Symptome eines Penisbruchs
  3. Wie entsteht ein Penisbruch?
  4. Diagnose eines Penisbruchs
  5. Wie wird ein Penisbruch behandelt?
bildliche Darstellung

ICD-Code für Penisfraktur: S39.8


Was ist ein Penisbruch?

Bei einem Penisbruch (Penisfraktur) handelt es sich um eine Verletzung des männlichen Geschlechtsorgans infolge eines Biege- oder Stauchungstraumas. Das Trauma führt zu einem Riss in der festen Bindegewebsschicht, die den Schwellkörper umgibt, oder dem Schwellkörper selber.

Kann ein Penis brechen?

Die Bezeichnung “Bruch” ist nicht ganz richtig, da es sich eher um eine Ruptur, und nicht einen Bruch wie bei einem Knochen handelt. Im Penis befinden sich keine Knochen, sondern Schwellkörper (Corpora cavernosa) und Gefäße, Bänder und Bindegewebe, die reißen können. Im Fall eines sogenannten Penisbruchs können die schützende und stabilisierende Bindegewebsschicht, die den Schwellkörper umgibt, die Tunica albuginea reißen, und auch der Schwellkörper selber. In manchen Fällen ist auch die Harnröhre betroffen.

Symptome eines Penisbruchs

Ein Penisbruch kommt nur äußerst selten vor, bedarf aber umgehender medizinischer Begutachtung und Behandlung.

  • Reißt die Tunica oder der Schwellkörper ein, kommt es zu einem deutlich hörbaren knackendem Geräusch, ähnliches wie bei einem Knochenbruch oder beim Riss der Achillessehne

  • Der Penis erschlafft sofort.

  • Der Betroffene verspürt starke Schmerzen.

  • Meist wirkt das Glied in die Gegenseite des Risses gekrümmt und es kann Blut aus der Harnröhre kommen, wenn sie mit verletzt wurde (Blut im Urin sind die Folge).

  • Im Anschluss bildet sich ein sichtbarer, dunkelroter bis bläulicher Bluterguss und der Penis schwillt an.

  • Unter Umständen können die Samenstränge, die Hoden und die Nebenhoden von einer Schwellung betroffen sein.

Da der Riss in der Regel quer verläuft, ist er meistens gut tastbar - aber Achtung - es ist äußerst schmerzhaft!

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Wie entsteht ein Penisbruch?

Das passiert meist während einer Erektion und macht ein bezeichnendes Geräusch wie bei einer Fraktur. Ein Penisbruch ist extrem schmerzhaft und muss als Notfall behandelt werden.

Diagnose eines Penisbruchs

Für die Diagnose reicht das klinische Bild und die Erzählung des Patienten. Bei einem Bruch wird oft von dem lauten Geräusch berichtet. Alternativ kann es sich ohne Geräusch auch um eine Überdehnung statt einem Riss handeln, was weniger kompliziert zu behandeln ist. Auch in dem Fall kann es zu Hämatomen und starken Schmerzen kommen.

Lokalisation und Ausmaß des Risses können im Anschluss durch

  • eine Ultraschalluntersuchung,

  • eine Magnetresonanztomografie oder

  • eine Röntgenuntersuchung bildlich dargestellt werden.

Wie wird ein Penisbruch behandelt?

Ein Penisbruch kann auf zwei verschiedene Arten behandelt werden:

  • Konservativ mittels Schonung, Kühlung und Medikamenten

  • Operativ

Konservative Behandlung

Wird die Fraktur oder Überdehnung konservativ behandelt, kommen meist Medikamente wie Antiandrogene und Sedativa zum Einsatz, die eine mögliche Erektion vermeiden sollen.

Betroffene sollten sich körperlich schonen, den Penis kühlen und sich gegebenenfalls einen komprimierenden Verband umlegen lassen.

Oft kommen auch Antibiotika zum Einsatz, um eine mögliche bakterielle Infektion zu verhindern. Doch Achtung: bei einem Riss geht eine rein konservative Therapie oftmals mit deutlich mehr Komplikationen einher als ein direkter, operativer Eingriff.

Zu möglichen Spätfolgen gehören eine bleibende Penisverkrümmung, Abszesse, und Fibrosen innerhalb der Schwellkörper, die zu schmerzhaften Erektion führen können. Daher wird eine konservative Behandlung in der Regel nur als Übergangslösung betrachtet.

Operative Behandlung

Eine Notfall-OP ist nicht in allen Fällen notwendig, elektive Operationen zu einem späteren Zeitpunkt können ebenfalls zu guten Ergebnissen führen.

Während eines chirurgischen Eingriff wird der Riss in der Bindegewebsschicht die den Schwellkörper umgibt verschlossen. Wenn andere Teile ebenfalls betroffen sind, wie zum Beispiel die Harnröhre werden diese auch zugenäht.

Bis zur Ausheilung wird ein Blasenkatheter gelegt, um das Organ zu entlasten. Die Ausheilung nach einem operativen Eingriff dauert zwischen 3 bis 7 Tagen, bei einer rein konservativen Therapie kann der Heilungsprozess mehr Zeit in Anspruch nehmen.

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Quellen

  • N. Eke: Fracture of the penis. In: Br J Surg., 2002, 89, S. 555–565.

  • Manski, D.: Penisfraktur: Schwellkörper oder Penisbruch. https://www.urologielehrbuch.de/penisfraktur.html. zugegriffen am 22.01.2020.

  • Sawh, S. L.; O'Leary, M. P.; Ferreira, M. D.; Berry, A. M. & Maharaj, D. Fractured penis: a review. Int J Impot Res, 2008, 20, 366-369.

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